Reise nach Amerika

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 16. Juli findet die Hochzeit unserer amerikanischen Gasttochter in Soquel Hill Hacienda bei Santa Cruz in Californien statt. Seit Februar hatten wir bei den amerikanischen Botschaften in Frankfurt und Bratislava Anträge auf ein Visum für unsere slowakische Gasttochter gestellt, damit sie ebenfalls an der Hochzeit teilnehmen könnte, aber nach drei Absagen hat anscheinend nur ein Brief an Mr. President Clinton persönlich anläßlich seiner Karlspreis-Verleihung in Aachen noch in letzter Minute zum Erfolg geführt. Entsprechend hoch war unsere Stimmung.

  

Do 13.Juli 2ooo:       Abfahrt von Rheine zum Flugplatz Düsseldorf um 4.14 Uhr in der Frühe (!). Abflug von Düsseldorf nach Los Angeles
planmäßig 9. 15 Uhr. Auch die Landung in Los Angeles war planmäßig.´

                                   ABER DANN: In Los Angeles mussten wir in der Mittagshitze in einer Riesenhalle drei Stunden anstehen wegen
Passkontrolle, d.h. nur um ein Dokument vorzuführen, an dem der Beamte so wie so nichts zu beanstanden hat.

                                   Endlich konnten wir mit einem Shuttle Bus zum Autoverleih fahren. Die Übernahme unseres Bullis war mit kleinen Hindernissen verbunden.

                                 Markus fuhr uns durch das Highway-Netz bis an den Stadtrand von Los Angeles; dann fielen uns allen die Augen zu.
In Rockford-Sylmar fanden wir ein Motel 6. Essen gab’s bei Denny’s, das mit Motel 6 verheiratet zu sein scheint, aber Gertrud schlief derweil schon.

 

Fr 14. Juli                    Einkauf von Lebensmitteln.

                                    Tanken

                                    Pünktlich um 12 Uhr trafen wir in San Jose bei dem 88jährigen Karl Meyberg aus Freren ein.

Willfried, der drei Wochen vor uns schon losgeflogen war, um „sein“ geliebtes Seattle und den Regenwald wieder zu besuchen, war fünf Minuten vor uns von Herrn Meyberg vom Bahnhof abgeholt worden, wofür unser Sohn wohl dreimal dankbar sein darf.

Wir wurden in einem deutschen Restaurant mit Herrn Meybergs Neffen Karl und dessen Sohn bekannt gemacht; abends traf auch noch der jüngste Sohn David Meyberg ein.

Karl Meyberg emigrierte 1936 nach Südafrika, wo er harte Zeiten durchmachte, ehe er seine Cilly aus Wesel heiratete und sich niederließ.

1961 verließ er mit seiner Familie Südafrika und fing in California ganz von vorne an. Er holte auch andere Verwandte zu sich und half ihnen, sich eine existenz aufzubauen. Dazu zählt z.B. dr Sohn seines Bruders, der auch Karl Meyberg heißt.

Wir erlebten einen Mann, der auf ein Leben mit zwei schweren Umbrüchen zurückblickte, aber voller Stolz schilderte, wie gut er die Krisen gemeistert hatte. Tatsächlich war er noch immer sehr aktiv, führte uns zum Abendbrot seine eigenen Wurstfabrikate vor und bewirtete uns überreichlich.

Zur Übernachtung waren zwei Kingzise -Betten im Motel 6 von Gilroy vorbestellt.

 

 

 

 

Sa 15. Juli                   Wir fuhren noch einmal nach San Jose zurück, wo die Männer (Werner, Willfried und Markus, einer von Willfrieds Freunden) Das TechMuseum besuchten, während wir Frauen (Veronika und ich) das Kunstmuseum vorzogen, wo es um Gestaltung mit verschiedenen Materialien ging. San Jose ist zudem sehr großzügig gebaut, was auch ansehenswert ist. Dieses Mal fanden wir eine Bleibe für die Nacht in Watsonville Inn

                                   Das Abendessen im mexikanischen Restaurant schmeckte uns ausnahmsweise gar nicht.

 

So 16. Juli                   Am nächsten Tag fuhren wir - schon in unserer Festkleidung - von Watsonville nach Scotts Valley.

Dort haben Kristen und Roy ein Haus gekauft, das wir sehr schön fanden. Quin, das Hundefräulein, das Plattdeutsch versteht, begrüßte uns freudig.

Kristen hatte uns geschrieben, dass ihr und Roy die üblichen Möbel überhaupt nicht gefielen, woraufhin sie sich zum „Gertrud-Style“ (Ausdruck von Kristen und ihrer Mutter Barbara) entschieden, was heißen soll, Einzelstücke aus aller Welt zusammenzustellen. Sie hatten wunderbar exotische Regale und Schränke in eine sehr lichte und interessant arrangierte Wohnung gestellt...

Der männliche Teil der Familie Farrell war vollständig anwesend: Bruder Nick mit Freundin, Bräutigam Roy, Brautvater John und der Freund der Schwester Emmily. Emmely selber und die Braut mit ihrer Mutter saßen beim Friseur, wurde uns erklärt.

Nach der Besichtigung des Hauses führte John uns erst zu unserem Hotel, wo wir nur schnell unser Gepäck abstellten. Dann nahm er uns mit nach Soquel Hill Hacienda, dem Ort des feierlichen Geschehens, ein wirklich wunderschöner Ort: Vom Park sah man durch eine Baumlücke wie durch eine Art Fenster auf auf die Santa Cruz Bay hinab

Während nach und nach Verwandte und Freunde eintrafen, stand das Brautpaar in verschiedensten Variationen und Kompositionen Positur für den Fotografen.

Wir nahmen schon mal Kontakt auf mit den international gemischten Freunden und mit Roys sehr verschiedenen Brüdern und seinen Eltern. Einen der Brüder hielten wir erst für den Geistlichen, aber er erklärte uns, er lese nur die Fürbitten. Sein kleiner Sohn trug später die Ringe und das noch kleinere Töchterchen Blümchen.

 

                                   Die Zeremonie war von Roy und Kristen genauestens durchgearbeitet und mit persönlichen Abänderungen versehen. (Der    
                                   Priester legte sein Textheft später auf den Gabentisch.)

Die Familienmitglieder traten wie scheinbar zufällig von oben/von der Gaststätte her auf, die Familie der Braut zog von hinten/durch den Garten ein. Zum Schluss erschien ganz alleine und weder von Vater noch Bruder geführt die Braut.

Nach dem gegenseitigen Treueversprechen der Brautleute wurden die Anwesenden aufgefordert, selbst einen Segenswunsch für die beiden auszusprechen, was dazu führte, dass verschiedenste Freunde ihre Beziehung zum Brautpaar darlegten und lauter Gutes sagten. Kristen kommentierte das mit der Feststellung: Wir haben wirklich viele nette Freunde.

Natürlich stand auch mein Werner auf, um die Besonderheit unseres Verhältnisses zu unserer Gasttochter erklärte, was er dann auch selbst übersetzte. (Es gab eine Reihe von anwesenden Amerikanern, die ausgezeichnet Deutsch sprachen, da Kristen bei einer deutschen Firma arbeitet.)

Beim gemeinsamen Essen wurden wir mit dem Brautpaar und den beiden Elternpaaren an den Tisch gebeten, was wir als große Ehre betrachten. Markus, Veronika und Willfried saßen an einem Freundestisch mit vier anderen.

Während der Zeremonie hatte ein klassisches Kammerorchester musiziert. Während des Essens gab es dezente Tafelmusik. Nach dem Essen – inzwischen senkte sich der Tag – wurde amerikanisch zum Tanz aufgespielt. Eingeleitet war dieser Teil vom Brautpaar, das nach einer eigens von Roy komponierten Weise einen „geschrittenen“ Walzer vorführte.

Alles, Essen, Umgebung, Musik von drei verschiedenen Gruppen vorgetragen, die unkomplizierte Atmosphäre und das Selbstbewußtsein unserer Gasttochter, gefiel uns sehr. Wir lernten ihre Verwandten und Freunde kennen. Der aus Polen stammende Großvater stimmte beim Essen ein polnisches Lied an „100 Jahre soll‘n sie leben“, das viele mitsingen konnten... Es war eine sehr schöne Hochzeitsfeier!

Um 11 p.m. an diesem Sonntagabend waren die meisten schon gegangen und nur noch die engsten Verwandten anwesend, so dass auch wir uns in unser Hotel Capitola Inn begaben.

                                   Hier gab es eine große Überraschung: Wir schliefen in einer Art Suite mit zwei Badezimmern und reichlich Raum. Willfried
                                   schlief aber auch hier auf seiner aufblasbaren Isomatte.


                                    Mo 17. Juli                 Bei einem sehr schönen Frühstück auf „unserer“ Terrasse erschien Brautvater John noch einmal, um im Namen der Familie
                                   Abschied zu nehmen. Das Brautpaar hatte ihnen das eigene Haus überlassen und sich in ein Hotelzimmer zurückgezogen,
                                   meldete John uns.

Wir fuhren zuerst durch ein herrliches kleines Naturschutzgebiet, ein Wald, der von einem Bach durchflossen wird. Unter den Bäumen war es angenehm zu laufen.

Am Nachmittag erreichten wir Sakramento, die Hauptstadt Kalifornien. Wir brachten unser Gepäck zum vorbestellten Motel 6 in Sakramento West, parkten dann unseren Wagen an der „Roten Brücke“, die sich Tower Bridge nennt, und liefen die Capitol Mall entlang auf das Capitol zu, deren Kuppel in der Sonne leuchtete. Die Stadt scheint uns sehr gepflegt mit auffällig vielen Alleen und „Vorgärten“ vor den Hotels, Banken und Hochhäusern. Auf der Suche nach einem preiswerten Abendessen, das für uns dem Mittagspicknick ein dinner sein sollte, gerieten wir in eine ziemlich feine Pizzeria, wo Brot in einem Glasschrank lag, Brot, das uns herrlich „deutsch“, nämlich etwas dunkel und krustig, schien. Als wir das kaufen wollten, kriegten wir es zusammen mit einem Rosinenbrot geschenkt!

Wir strolchen weiter die Capitol Avenue entlang, indem wir unsere Augen links und rechts schweifen lassen und dem besondere Aufmerksamkeit schenken, was uns sehenswert erscheint. Dazu gehören z.B. der Hinweis auf die erste Synagoge an der amerikanischen Pazifikküste und die Figuren, die aus einer Hecke geschnitten sind.

Als wir auf diese Weise beim Regierungsgebäude ankommen, schimmert es schon ziemlich goldig von Abendsonne und ganz in der Ferne schimmert blass die Tower Bridge.

                        Mein gedruckter Reiseführer sagt: „Hinterm Capitol liegt ein kleiner Park mit prächtigem Baumbestand und                            vielen Erdhörnchen. An seinem östlichen Ende steht das VIETNAM VETERANS MEMORIAL“, das unsere
                        Erinnerungen an Fernsehsendungen zum Vietnamkrieg weckt. Die Gedenkstätte ist schlicht und ernsthaft.

                                    Auf dem Rückweg verpassen wir nicht, uns noch das CONVENTION CENTER und das GOVERNOR‘s MANSION
                                    anzusehen. Letzteres soll „eins der edelsten Beispiele victorianischer Holzbaukunst“ sein und stammt aus dem Jahre 1877. 13
                                    kalifornische Gouverneure haben hier gewohnt einschließlich Ronald Reagan.

                         Unser Tag endete dieses Mal mit einem chinesischen Essen, das uns aber sehr amerikanisiert vorkam

18. Juli            Nachdem wir am nächsten Morgen das leckere Brot sehr genossen haben – DANKE – machten wir uns auf nach Old Sacramento:

                  

                   Gegen Mittag besuchten wir Sutters Fort. Das verrückt erscheinende Leben dieses Mannes, das so tragisch endet durch den Fund von Gold, rührt einen irgendwie.

                   Willfried hatte außerdem großes Vergnügen an dem Historienerzähler.

 

Abends fuhren wir von Sutter’s Fort über den Freeway 50 bis Lake Tahoe South.

 

19. Juli Fahrt um den herrlichen Lake Tahoe. mit dem inzwischen üblichen Picknick, das morgens im Motel vorbereitet wird: Yoghurt, Banane, Paprika-Zwiebel-Tomaten-Salat, frische Möhren, Tee, Kaffee...

Zum Schluss müssen wir uns von Willfried verabschieden, der in einem Hostel zurückbleibt, um von da aus per Bus zu seinem Flugzeug nach San Francisco zu fahren.

Veronika mag das Bild so gerne, das im Aufenthaltsraum des Hostels hängt.

 

Wir fuhren über die Berge. die den Lake Tahoe umgeben, hinunter ins weite schöne Tal, durch das sich der Highway 395 zieht. Jenseits des Tales ziehen sich die Gipfel der Sierra Nevada.

An diesem Morgen hatten wir kein Motel per Handy, das Markus bei sich hat, im Voraus bestellt . Jedoch in Bridgeport, wo alle Motels an der Straße schon belegt sind, erwischten wir ein ganz reizendes altes Hotel aus dem letzten Jahrhundert, wie wir’s schöner nicht hätten haben können. Gegenüber von unserem Hotel stand das alten Courtyard, von dessen Turm jede halbe Stunde ein wohlklingendes Uhrengeläut erklang. Werner behauptete, es sei Big Ben nachgeahmt.

 

20. Juli Über eine Schotterstraße fuhren wir in die Geisterstadt Bodie. Gnadenlos schient die Sonne auf die zurückgelassenen Holzhäuser der ehemaligen Goldsucherstadt. Ich rätsele, woher die Schalben, die hier wohnen, Wasser und Mücken finden.

                   Der Fremdenführer weiß noch genau, wer in jedem Haus gewohnt hat. Auf den Grabsteinen am Ortsrand erscheinen die selben Namen. Wohin sind die Leute gegangen?

 

 

Mein Reiseführer schreibt:

Wieder auf dem Hwa 295, sieht man bald schon das Blau des Salzsee Mono Lake, einem merkwürdigen um 700ooo Jahre alten Gewässers, auf dessen Inseln Unmengen von Seemöven brüten. Der eindrucksvolle Mono Lake ist der letzte Rest eines riesigen Sees, der langsam versalzte und zusammenschrumpfte. Immer noch verkleinert sich die Wasserfläche, hauptsächlich verursacht dadurch, daß die Mega-Polis LA die den See speisenden Flüsse als Trinkwasserreservoir anzapft. Das Ungewöhnliche am Mono Lake sind die skurrilen Kalksteingebilde, die sich in Ufernähe weiß  aus dem Wasser erheben. Diese sind am schönsten... am Südufer des Sees zu bewundern...Nahebei kann man am Navy Beach schwimmen bzw. sich im salzhaltigen Wasser sitzend tragen lassen.

 

Gerne wollte Werner Veronika dies Vergnügen möglich machen, das wir im Toten Meer in Israel ausprobiert haben, aber Werner, der mit ihr loszog, fand keinen Zugang zum Salzwasser, der nicht unwegsam vor lauter Schlick war.

Ich lag derweil auf einer Wiese unter einem herrlich schattigen Baum neben einem Bach und genoss die relative Kühle und die musizierende Gruppe ein paar Schritt von mir entfernt.

Als schließlich unser Quartett wieder versammelt war zum Picknick-Lunch, erschienen schon bald pfeifende Murmeltiere, die mit essen wollten und Markus schließlich seine Brotscheibe vom Schoß klauten.

Wir fuhren zur Übernachtung nach Mommoth bei den Mommoth Lakes. Der Ort liegt wunderschön am Eingang eines Flusstales, aber die Menge der Urlauber und die vielen Geschäfte verbreiten Hektik und Betriebsamkeit. Wir versorgten uns also mit neuen Lebensmitteln, wie es sich anbot.

Werner und ich machten einen Spaziergang am Twin Lake entlang, während Veronika Markus dazu brachte, mit ihr einkaufen zu gehen.

 

21. Juli Von Mommoth aus besichtigten wir erst die heißen Quellen am Hot Water Creek, der jenseits des Hwy 395 fließt

 

Und dann kehrten wir fast nach Bridgeport zurück, genau nach Lee Vining, wo wir in den Hwy 120 einbogen und durch den Tioga Pass in den herrlichen Yosemite National Park mit „atemberaubender“ Landschaft gelangten. Wir durchquerten den Park bis zum Westende und wandten uns dann nach Südosten durchs Yosemite Tal zum zentralen Visitors Center. Wir bewunderten den Half Dom und die Yosemite Falls. Hier erlebten wir zum ersten Mal die ganze Wucht der Mammutbäume.

Mit dem Shuttle Bus ließen wir uns dann bis zum starting point bringen und wanderten einen Nachmittag am Miror Creek entlang zum Wasserfall. Wir fanden das ziemlich anstrengend wegen der Hitze. Auch waren Scharen von Leuten überall, wenn sie auch alle freundlich und ebenfalls in Ferienstimmung waren.

Die Riesen-Bäume sind einfach imponierend. Streifenhörnchen und Blaue Vögel (Stellar’s Jays) sind sehr zutraulich. Vor Bären wird heftig gewarnt, aber uns ist keiner begegnet.

 

Wir übernachteten am Westausgang des Parks in der „historic trading post“ Redbud Lodge/El Portal. Das Häuschen steht an der Straße, die am Merced Creek entlang führt. Hier hatten wir viel Raum und eine richtige kleine Küche. Nur das Naturwasser aus der Leitung war nicht trinkbar, und wir benutzten das Trinkwasser aus den zur Verfügung gestellten Tanks. Ich konnte deshalb sogar eine große Portion Reis für unser Lunch am Mittag kochen.

Unsere Wirtin hatte ein großes Angebot von sehr schönen edlen Töpferwaren und anderen Handwerksprodukten in native style; man hätte den Laden leer kaufen können. Und recht hatte sie mit der Bemerkung, wir sollten in so schöner Landschaft einen Tag einlegen nur zum Lesen, Betrachten, Hören... Ihr Häuschen war allerdings für die nächste Nacht schon vergeben.

 

22. Juli Wir fuhren statt dessen in den Yosemite Park zurück, und zwar direkt hinunter nach Wawona Pioneer History Center.

Irgendwo zwischen den Parks fanden wir am Weg ein Heiligtum der Ureinwohner, was wir jedoch nicht besuchen konnten, weil es nach einem Ritual noch nicht gereinigt war.

 

Zuerst besichtigten wir in aller Ruhe Wawona Village hinter der überdeckten Brücke, sahen uns dann den Mariposa Grove mit den giant trees an, die zum Teil Namen haben.

                  

An diesem Abend fuhren wir bis nach Fresno zur Übernachtung.

 

 23. Juli Auf dem Weg von Fresno zum Kings River Canyon NP verirrten wir uns und wurden von einer Fire Gard freundlich auf den richtige Straße gewiesen. 

Im Kings River Canyon wanderten wir zum Zumwalt Meadow, was deshalb noch besonders interessant war, weil meine Mutter eine geborene Zumwalde ist.

Markus meinte, noch im Dunkeln tanken zu müssen, also fuhren die beiden Männer zur einzigen Tankstelle am Humane Lake. Werner behauptete später, dies sei die „atemberaubendste“ Strecke auf unserer ganzen Fahrt gewesen.

Wir schliefen probeweise in einer Cabin im Park, waren davon aber nicht sehr begeistert, vor allem weil die Toiletten zu weit weg waren von unserer Hütte, was vor allem nachts Probleme machte. Ich war auch etwas enttäuscht, dass beim Aufwachen nicht einmal Vogelgesang zu hören war.

 

24. Juli Ohne Kaffee und Tee – der Tauchsieder fand keine funktionierende Steckdose – fuhr Werner uns im Sequoia NP erst zum General Grant Giant Tree. Wir umrundeten den viel bewunderten Baum, sahen auch den California und Oregon Tree an und den Lee Tree, und fuhren dann endlich zum abgemachten Wanderweg, nämlich den Redwood Grove Trail und –Canyon.

                   Leider verfehlten wir den Rundweg, wanderten statt dessen mutterseelenallein durch herrlichsten Wald, wunderten uns zwar sehr, dass es immerzu nach Süden und immerzu bergab ging  auf einer „dirty road“, die auf der Karte des Information Center gar nicht eingezeichnet war. Erst nachmittags um 16 Uhr fanden wir die ersten Wegweiser und bald darauf zwei Lastwagen, die auf unser Winken sofort anhielten. Der zweite Fahrer musste Lebensmittel nach Hartland Christian Camp bringen. Das war 8 Meilen von unserem Ziel und unserem Auto entfernt. Im Camp unterhielten freikirchliche Gruppen wie „Independent Baptists“, Methodists und Menonites ein Ferien- und Schulungslager. Der Truck Driver nahm uns dorthin mit, wo wir essen und trinken konnten und schließlich von einem der Leiter mit seinem Privatwagen zu unserem Auto zurückgebracht wurden.

                   Diese Eltern waren sich einig darin, dass sie ihre Kinder nicht in öffentliche Schulen schicken wollten. Statt dessen unterrichteten sie die selber, weil in den Staatsschulen erstens der Standard so erschreckend niedrig sei, zweitens weil dort gelehrt werde, dass nicht Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen, sondern sie sich als Teil der Natur entwickelt habe. Auf meinen Einwand, dass es sich um zwei verschiedene Aspekte der einen Wahrheit handele, ging unser Helfer nicht ein.

Zum Glück hatten wir an diesem Morgen schon unser Motel 6 gebucht in Porterville.

 

25. Juli In Bakersfield, besuchten wir das CAL[iving]M[useum] wo Tiere und Pflanzen des San Joaquiin Valley in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt sein sollten. Es handelt sich um einen kleinen Zoo weit außerhalb der Stadt am Kern River. Die Sonne strahlte gnadenlos auf eine fast-Wüste. Es waren zwar einige Schattenplätze geschaffen, aber die Tiere saßen in typischen Zookäfigen; von „natürlicher Umgebung“ keine Spur.

                   Downtown Bakerfield gingen wir in einem Kasino essen, wo sich offenbar vor allem Banker und Kaufleute trafen, um sich von jungen Frauen in reichlich kurzen Röcken ihr Mittagessen servieren zu lassen

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Am späten Nachmittag fuhren wir weiter nach Valencia, wo wir noch ein paar Tage bei Werners Verwandten wohnten.

Als wir bei Harry und Teresa ankamen, hütete Harry seine 5monatige Enkeltochter Enkeltochter McKanzie. Später erschien auch Patrick, der Vater, und blieb bis abends 10 Uhr, da seine Frau Wendy erst dann ihre Arbeit beendet und nach Hause kommt.

Bald nach unsere Ankunft kam Teresa zurück von einem Appointment, wohin sie ihre Mutter hatte bringen müssen. Die Mütter ist nach dem Tod ihres Mannes in eine Wohnung gezogen, die mit einem Altenheim verbunden ist, d.h. sie kann an dessen Veranstaltungen usw. teilnehmen.

Der Stolz des Hauses ist das Enkelkind. Alles dreht sich um das Prinzesschen, das tatsächlich eine sehr entwickelte Motorik hat und schon auf seinen/ihren Beinchen stehen will. Nur Laute gibt sie sehr wenige von sich.

 

26.Juli Harry war morgens gewöhnlich der erste in der Küche und bot jedem Kaffee an, der erschien. Teresa pflegte ein üppiges Frühstück mit Obst und getoastetem Brot, das Harry frisch von der Bäckerei holte, und scrambled eggs oder Ähnlichem und Saft oder/und Tee..., was immer man wünschen konnte.

                   Ich fand Teresa auf der Terrasse neben ihrer großen Küche im Garten beim Zeitung Lesen.

Diese brachten am Tag nach unserer Ankunft die ersten Berichte über Waldbrand im Sequoia NP, den wir ja gerade erst verlassen hatten.

 

Am 20 August sind Montana und Wyoming inzwischen unter Ausnahmezustand gesetzt worden. Es brennt in 11 verschiedenen amerikanischen Staaten. Insgesamt gibt es 94 Feuerherde.  Da Werners Vetter bei der Fire Guard war und Fachmann/Gutachter für Brände ist, schenkten die Thys diesen sich ausbreitenden Bränden große Aufmerksamkeit.

 

Werner und ich machten uns  auf zum Getty Museum, dem viel gerühmten. Harry stattete uns mit einem guten Stadtatlas  aus und hatte auch telefonisch für uns geklärt, auf welchem Parkplatz wir das Auto lassen konnten. Von diesem Parkplatz fuhren wir dann mit einem Bus und mit einer Höhenbahn zum Museum, das ja hoch auf dem Berg liegt mit phantastischer Aussicht. Das Klima da oben ist angenehm, und die Blumen und Wasserflächen sind hervorragend arrangiert.

Der Bau des Museums ist für meinen Geschmack zu grandios. Die eigentlichen Ausstellungsräume sind dagegen verhältnismäßig klein.

Die Kunstwerke, die wir gesehen haben, stammen aus der klassischen griechischen Zeit und  nachfolgenden europäischen Epochen. Als Sonderausstellung wurde Hinterglasmalerei gezeigt.

 

Teresa hatte offenbar großes Vergnügen, Markus und Veronika zu den Universal Studios in Hollywood und durch Beverly Hill zu bringen.

Als wir vom Getty Museum zurückkamen, rief Teresa gerade an; bei der großen Wasserpartie waren sie selbst und Veronika durchnässt worden und brauchten trockene Kleider. Harry brachte die trockene Wäsche und uns also zum City Drive, einer großen Einkaufsstraße mit riesiger permanenter Kirmes, viel Nippes und Schnickschnack. Wir fuhren also dorthin, wo wir gerade herkamen; denn das Getty Museum liegt am Rande von Beverly Hill

 

Do 27. Juli         Werner will nach San Diego, und wir fahren alle mit.

Harry und Teresa haben uns geholfen, was in San Diego nicht einfach war, ein Hotel zu finden.

Wie man auf der Karte sieht, führt der längste Teil des San Diego Freeway [5] zumeist an der Küste entlang. Erst in La Jolla machten wir Halt und warfen einen Blick über den Pacifik.

Unser Comfort Inn Hotel liegt nördlich von downtown. Wir brachten unser bisschen Gepäck dorthin und waren vor allem alarmiert durch eine ganze DIN A 4 Seite Sicherheitsanweisungen. Oho, San Diego war also gar nicht so sicher!

Wir kamen aber von unserem Hotel sehr schnell und einfach nach Old Town of San Diego, wo wir den Nachmittag verbrachten. Die Häuser der Old City waren fast alle beim Großen Brand 1872 vernichtet, aber wieder aufgebaut und zum Teil gut erhalten und dienten als Touristikläden.

Für ihre Geschichte der Familien, die in den Häusern rund um den Hauptplatz gewohnt hatten, interessierte sich eigentlich nur Gertrud. Veronika verschwand immer wieder, um Mitbringsel zu kaufen, konnte sich aber nie entscheiden, was.

Die Kirche am Ende des open-air Museums im mission style war leider verschlossen, hatte auch keinen Kakteengarten im Kirchhof.

 

Wir wollten in dem touristisch so ausgeschlachteten Old Town nicht essen, weil die Leute Schlange standendafür. Also fuhren wir zu unserem Comfort Inn zurück und fragten nach Denny’s, das angeblich nur 2 ½ Meilen entfernt liegen sollte. Wir liefen im Dunkeln eine lange, wenig belebte Straße entlang, wo Obdachlose sich schon ein Plätzchen auf den Parkbänken zurecht machten, aber ein brauchbares Restaurant war nicht in Sicht.

Die Fahrweise und die Reaktion der Leute in San Diego ist deutlich aggressiver als im übrigen Kalifornien.

Schließlich aßen wir in einem Schnellimbiß eine gefüllte Tortilla und kamen müde vom langen Laufen in unserem Hotelzimmer an.

 

Fr 28. Juli         Baloboa Park

Wir wussten nicht, ob wir uns zeitlich außer dem Balboa Park auch den weltberühmten Zoo leisten konnten, aber als wir auf dem Zoo-Parkplatz ankamen, war der am frühen Morgen schon so voll, dass wir uns mit dem Museum of Man begnügen wollten. Dort erwartete uns eine so gute Ausstellung über indigene Kunst und Kultur und vor allem über die Töpferfamilien in Mata Ortiz, dass ich damit ganz getröstet war. Diese kunstvollen Vasen und Schalen, die Juan Quezeda angefangen hat zu formen nach den Vorbildern, die er in den Ruinen von Mimbres und Casas Grandes gefunden hat, sind das Schönste, das ich auf dem Gebiet kenne. Und die Verbreitung dieser Kunst in einem so kleinen Ort ist phantastisch,

Danach besuchte ich noch den schönen, ruhigen Japanischen Garten mit einer kleinen Ausstellung von Origano (Faltkunst), die junge Menschen aus allen US-Staaten hergestellt hatten.

Werner führte statt dessen die jungen Leite in das Botanische Haus und das Haus der Nationen.

Schließlich trafen wir uns alle wieder in Spanish Village, wo Kunst und Kunstgewerbe ausgestellt sind. Aber zwischen 16 und 16.30 Uhr waren die meisten Galerien schon geschlossen. Ich kaufte eine Grafik von einem Maler, der auch Gebrauchs“kunst“ anzubieten hatte, aber diese „Sisters“ gefallen mir gut.

Am Ende von Spanish Village gibt es eine Art Hochzeitsparadies mit allem Service. Auch im Japanischen Garten kann geheiratet werden. Die Brautpaare hier stehen allerdings nur Modell

 

Gegen 18.30 Uhr fuhren wir nach Valencia zurück, was drei Stunden dauerte. Die Fahrt wieder an der Künste entlang war sehr interessant, aber die Straße war sehr befahren. Man sah einen Schienenstrang für eine Eisenbahn, der aber kurz vor Los Angeles endet.

In Valencia suchten wir uns erst in ein mexikanisches Imbißlokal und aßen – dieses Mal mit Appetit – und waren um 22.30 Uhr wieder bei Harry und Teresa.

 

Sa 29. Juli Gegen 11 Uhr hatten wir Griffith Park mit dem Vista Point von der Sternwarte aus und dem Gene Autry Mesum of Western Heritage erreicht.

Dort war eine sehr interessante Sonderausstellung über die chinesische Einwanderung während des Baus der Eisenbahnen, ihre Ghettoisierung und ihren Kampf um Anerkennung ihrer Rechte als Bürger der USA. Zum Erfolg haben vor allem zwei wichtige Entscheidungen beigetragen, die dem Supreme Court abgerungen wurden..

Zum eigentlichen Programm des Heritege Museums gehört die Darstellung der verschiedenen Ethnien, die zum Erscheinungsbild des heutigen Kalifornien beigetragen haben Indegenious

African Americans

Spanish Vaquerosàcowboys

Europeans

Im Café gab es gutes Essen; endlich mal wieder gekochtes Gemüse!

 

Dann wollte Werner unbedingt zur Sternwarte, um vom vista pont dort auf Beverly Hill zu sehen. Als er endlich den Aussichtspunkt gefunden hatte, wagte er kaum hinunter zu sehen.

 

17.30 Uhr gingen wir alle zur Sonntagsmesse in Valencia. Der Stil war irisch, obwohl die Gläubigen eher spanisch und afrikanisch aussahen.

 

Zu 19 Uhr wurden wir von Frau Senta Graff, geb. Grünberg  wieder in Beverly Hill erswartet. Mit Teresas Hilfe fanden wir ihr Haus sofort.

Das Ehepaar Senta und Chaim (im Telefonbuch steht „Herman“) Graff taute nur langsam auf. Auch er fing schließlich an, von sich zu erzählen. Wir wurden sehr freundlich mit frischen und trockenen Früchten, mit Saft und Tee und selbst gebackenem Käsekuchen bewirtet. Um 19.35 Uhr nahmen wir an der Verabschiedung der Königin Schabbat teil es und dufteten die Nelkenblütenkörner in der Bessam-Büchse zum Trost.

Nach vier Stunden hatten wir uns so warm geredet – der Sohn und zwei Enkeltöchter (von den Töchtern) waren uns noch vorgestellt worden von insgesamt fünf Kindern – dass sich unser Abschied immer wieder verzögerte. „Möchten Sie den Garten noch sehen?“ Werner durfte Fotos machen. Die Gemälde im Haus wurden gezeigt und die Geschichten dazu erzählt. Auf einem ist Senta gemalt in ihrem Aussehen zur Zeit der Heirat mit Chaim 1957, der ihr zweiter Mann ist; den ersten, Lewin, heiratete sie 1947, nachdem sie 1946 von Schweden nach den USA gekommen war und erst bei Onkel Max und Tante Jetty wohnte.

Senta erzählte mir selbst, dass ihre Eltern im Goldstein’schen Haus insgesamt 130 Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei beherbergt hatten, als diese auf dem Weg zum holländischen Hafen an der Grenze nicht eingelassen wurden. Ihr Vater brachte alle über die Gründe Grenze. Einer wanderte nicht nach Amerika, sondern nach Schweden aus. Er besorgte Senta, kaum dass er in Schweden angekommen war, eine Einreiseerlaubnis. So kaum sie 1940 noch aus Nazi-Deutschland heraus.

 

Um 22.45 Uhr waren wir erst wieder „zu Hause“ an der Fedala Str. in Valencia.

Markus und Veronika waren in der Zeit von den Thys in ein mexikanisches Restaurant geführt worden.

 

So 30. Juli Harry und Teresa Thy veranstalteten am Sonntag, unserem letzten Tag, ein Familientreffen zum Abschied, damit wir seine Geschwister (bis auf einen Bruder, der arbeiten musste) mit Familie kennen lernen können.

                   Morgens nach dem Frühstück begleiteten wir Harry zum Farmers‘ Market in Valencia, wo er vor allem Frischgemüse und Obst und Fleisch einkaufen wollte. Wir erstanden eine Orchidee für die Hausfrau.

                   Gegen 14 Uhr trafen Rony mit Merry und den Söhnen Adam und Christopher und den zwei Enkelsöhnen Andrew und Jason. Etwas später erschien auch Candy, die wir schon 1982 getroffen hatten, als sie noch mit dem Vater ihrer Kinder verheiratet war. Jetzt kam sie mit Alf[red] Mendoza, der uns von seinen Wurzeln in der Südsee erzählte und von seiner Arbeit mit der Unterbringung von Obdachlosen-

Die amerikanischen Verwandten sind natürlich alle amerikanisiert, und schon die Enkelgeneration spricht kein Deutsch mehr, aber alle möchten ihren genauen Stammbaum mit deutschen Wurzeln kennen lernen, gaben andererseits mir ihre Daten zur Ergänzung oder Korrektur mit auf den Weg.

Ich lege ihn hier zum Reisebericht.

                   Es war eine sehr schöne Familienfeier. Wir haben viel erzählt, lecker gegessen und auch viel gelacht, besonders über Harrys singenden Fisch.

 

 

 

 

 

 

 

Anderntags konnten wir am Flughafen Los Angeles problemlos innerhalb weniger Minuten unseren Leihwagen abgeben und zügig einchecken. Abflug pünktlich.

 

Wir trafen nach mühseligen 11 Stunden Flug am 1. August wieder in Düsseldorf ein, fuhren mit der DB nach Rheine und mit Werners Wagen nach Hause. Veronika schien von dem Schlafverlust besonders hart mitgenommen, während ich mir fast überdreht vorkam. In den vier Tagen bis zu unserer Abfahrt nach Budapest waren wir mit Wäsche Waschen und Informationen über unser neues Ziel, die Slowakei, beschäftigt. Beim verabredeten Anruf bei der Amerikanischen Botschaft in Frankfurt war leider nur der Anrufbeantworter zu hören. Schade, wir hätten gerne von unserer schönen Amerikareise berichtet. So muss nun dieser Brief reichen.

 

 

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